Die Aufgabe

Unsere Gesellschaft und ihre Wertvorstellungen ändern sich zunehmend schneller und immer intensiver. Die Ursachen dafür sind äußerst komplex und daher nicht einfach zu bestimmen. Man gewinnt den Eindruck, daß eine stabile Gleichgewichtslage aufrechtzuerhalten immer schwieriger wird. Nationale und internationale Einwirkungen zeigen uns, daß wir in ein globales Netzwerk eingebunden sind. Ereignisse und Strömungen weltweit wirken sich direkt auf uns aus.

Gab es früher den Wettbewerb der Unternehmen, gibt es heute den Wettbewerb der Länder und Märkte um neue Produkte und Produktionsverfahren, um Standorte und Beschäftigung im Absatzmarkt und damit um Umsatz. Die enge Wechselwirkung zwischen den im Wettbewerb stehenden Ländern und ihren Unternehmen wird immer bedeutender. Die internationalen Verflechtungen wirken sich auf die Unternehmen direkt und über die unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Ländern indirekt aus.

Die globale Bedeutung des Umweltschutzes zeigt dies besonders deutlich auf: weltweite Bemühungen um den Schutz der Umwelt schlagen sich in internationalen Verträgen und Abkommen nieder. Der Wunsch der Bevölkerung nach einem Leben in einer sauberen Umwelt führt über Parlamente und Parteien zu neuen Gesetzen und Verordnungen. Legislative, Exekutive und Judikative werden zu bedeutenden Einflußfaktoren auf unternehmerische Entscheidungen. Wer produzieren will, darf dies nur unter Beachtung der Vorgaben seines Landes und der vertraglichen Bindungen seines Landes im internationalen Rahmen.

Europa ist dabei einer der interessantesten Märkte; wer hier verkaufen will, muß in der Nähe dieses Marktes produzieren. Das zusammenwachsende Europa sichert die internationale Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den anderen großen Märkten; der zukünftige europäische Markt bietet neue Chancen, aber auch neue Risiken - deutsche Unternehmen müssen sich darauf vorbereiten.

Auf diesen sich gegenseitig beeinflussenden Märkten müssen die Unternehmen effizient sein und sich schnell wechselnden Randbedingungen anpassen können. Lernende Unternehmen sind gefragt, sie sind jetzt europäische Unternehmen, eventuell schon globale Unternehmen.

Alexander Calvelli
Dampffördermaschine Zeche Ostfeld/ Ibbenbüren, 1998
Acrylfarbe auf Leinwand, 94 x 66 cm